Warum ist Focusing alleine (ohne Anleitung/Zuhörer) so schwierig?

 

 

Am liebsten würde ich nachfragen: Was findest du daran schwierig? (Als Focusing-Erfahrene weißt du ja, dass diese Nachfrage nicht abwehrend oder abwertend gemeint ist, sondern aus „ernsthafter Neugier“ kommt.) Das könnte vielleicht einen passenden nächsten Schritt für dein eigenes Focusing bringen!
Aber du hast ganz recht: Es ist viel leichter, wenn jemand da ist. Das gilt auch für das Yoga-Üben.
Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz logisch: Innerer Freiraum entsteht, wenn ich meinem eigenen Erleben gegenüber wohlwollend bin (unabhängig von den Inhalten dieses Erlebens!). Dann ergibt alles weitere sich ja von selbst.
Das also ist die Kunst, und sie lässt sich erlernen, denn die wohlwollende Haltung innerer Offenheit wird mit der Zeit immer beständiger und natürlicher, wenn die Erfahrung, dass immer „jemand da“ ist, sich allmählich vertieft.
Bis dahin kann es sehr hilfreich sein, sich beim Focusing von einem Menschen begleiten zu lassen, dessen bloßes „Da-Sein“ mich dazu ermutigt, der absichtslosen, liebevollen Offenheit mir selbst gegenüber zu vertrauen, und dem, was sich daraus entfalten mag. Danach wirst du vermutlich nicht mehr darauf verzichten wollen, weil es so erfrischend, erkenntnisreich und wohltuend ist, dieses Erleben mit anderen zu teilen, während es dir zugleich leichter fällt, diesen wohlwollenden Freiraum „von selbst“ in dir selbst zu finden.

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Close
Go top