Was ist die Bedeutung des Körpers auf dem Yoga-Weg?

 

 

Ich bin mir nicht sicher, ob der Körper eine Bedeutung hat, aber er ist jedenfalls da, und er ist sehr hilfreich, weil er der Ort ist, oder das „Feld“, wie es in der Bhagavad Gītā heißt, den wir beobachten können – im Gegensatz zur äußeren Welt oder dem großen „Feld“ des Universums, das für uns zu unübersichtlich ist, um es erkennen zu können. Diese Ansicht geht davon aus, dass alles, was im Kosmos wirkt, auch im Körper wirkt, der Teil dieses Kosmos ist. Falls es ein universelles Bewusstsein gibt, das allgegenwärtig ist, dann muss es auch irgendwie in mir selbst zu finden sein, auch wenn ich mir das nur schwer vorstellen kann.

Jedenfalls ist der Körper „der nächstliegende Ort für Beobachtungen“, wie Swami Veṅkaṭeśānanda es einmal formuliert hat. Hier ist allerdings nicht der „gewöhnliche Körper“ gemeint, sondern – wie Focusing-Leute sagen – der „von innen gefühlte Körper“, zu dem – wiederum aus (Sāṁkhya-)Yoga-Sicht – auch die Persönlichkeit gehört, also die psychischen Prägungen, aus denen Vorlieben und Abneigungen kommen.

Eine (von vielen) Möglichkeiten von Körpererfahrung im Yoga besteht darin, den Körper (und Geist) in Bewegung zu bringen, sie dabei zu beobachten, und so zu einer inneren Stille und Klarheit gelangen, in der der Körper (und die inneren Bewegungen) nicht ablenkend und störend wirken. Das ist der sogenannte Yoga-Zustand.

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