Warum ist die Lotusblüte ein häufiges Symbol für Yoga-Schulen?

 

 

Als ich vor etwa 15 Jahren eine Lotusblüte als Symbol für Yogapur gewählt habe, war ich besonders davon berührt, dass die Seerose ihre makellose Blüte entfaltet, obwohl und weil sie im tiefen Schlamm gründet. Das ist für mich das Wesentliche am Yoga-Üben: Dass wir nicht versuchen, abzuheben, sondern im Gegenteil gerade das „Schlammige“ in uns als Nährstoff nutzen, dass sich die Übung auf meinen ganz gewöhnlichen Alltag und mein ganz gewöhnliches Erleben bezieht, anstatt es auszuklammern.

In Indien gilt die Lotusblüte als Symbol der Reinheit, weil sie sich in der Dunkelheit verschließt und sich nur zur Sonne hin öffnet, die als Symbol für das Licht der Erkenntnis steht. Auch die cakras, die Zugänge, die wir der ṭantra-Kosmologie nach zu verschiedenen Bewusstseinsebenen haben, werden häufig als Lotusblüten dargestellt, wobei sie vier bis 1000 Blütenblätter haben und ebenfalls „geöffnet“ oder „geschlossen“ sein können.

Die Blüte im Symbol von Yogapur hat acht Blütenblätter – was grafisch gar nicht so leicht darzustellen war! (Danke noch mal an die Grafikerin, falls sie das liest!) Die acht Blätter stehen für die acht „Glieder“ oder „Flügel“ des Yoga, die Patañjali herausstellt. Sie symbolisieren die verschiedenen Weisen der inneren Ausrichtung und Haltung aus Ausdruck der einen Yoga-Erfahrung, die „Herz“ und Grund der Blüte ist.

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