Was ist OṀ? Wie kann ich mich auf OṀ einlassen?

 

 

Das ist eine ausgezeichnete und wichtige Frage! Mit den verschiedenen Antworten, die es allein auf den ersten Teil der Frage gibt, lassen sich leicht ganze Bücher füllen.

OṀ ist eine bīja-(Keim-)Silbe, es ist also kein Wort mit einer gegenständlichen Bedeutung. OṀ ist das bekannteste Mantra – also ein Laut, auf dessen (hörbare oder unhörbare) Schwingung man sich als Übung konzentrieren kann. Von OṀ heißt es, dass es ein Symbol für das höchste Bewusstsein ist. In seiner Erläuterung von Patañjalis Yoga-Sūtras vergleicht Swami Veṅkaṭeśānanda OṀ mit dem Brausen des Windes, dem Tosen eines Feuers, dem Brummen von Maschinen und Treiben eines fernen Karnevalszuges: Es ist die eine Grundschwingung in allem, sowie das eine Bewusstsein in allem „schwingt“.

Das sind also drei Möglichkeiten, sich auf OṀ einzulassen: OṀ hörbar zu wiederholen, OṀ lautlos zu wiederholen, OṀ wahrzunehmen, ohne etwas Besonderes zu tun.

Die Māṇḍukya-Upaniṣad setzt in ihrer Erläuterung von OṀ die einzelnen Laute, aus denen sich diese Silbe zusammensetzt – A, U, M – mit den drei gewöhnlichen Bewusstseinszuständen gleich, die wir täglich durchlaufen: dem Wachen, dem Träumen oder Denken und dem höchst friedvollen Zustand des Tiefschlafs. Die Stille, die auf OṀ folgt und zu OṀ gehört, entspricht dem Bewusstsein selbst, das alle diese Zustände annimmt, ohne sich dabei zu verändern. Darüber kann man meditieren, und man kann es auch im Alltag studieren.

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Close
Go top